Resident Evil 3 [Remake]

Mit der Neuauflage des Capcom Klassikers Resident Evil: Nemesis veröffentlicht der für die Reihe legendäre Entwickler, knapp 1 ½ Jahre nach der sagenhaften Wiederbelebung des Zweiten Teils, nun die grandiose, ultra atmosphärische Fortsetzung des Mega-Franchise: Resident Evil 3, das den Zusatz ‚Nemesis‘ aus seinem Titel streicht, steht dem zurecht gehypten zweiten Teil inszenatorisch und spielerisch in (nahezu) nichts nach!

Anders als der direkte Vorgänger, verschlägt es den Spieler zwar ebenfalls nach Racoon City, jedoch diesmal in die Rollen der heroischen Jill Valentine und des smarten Carlos Olivera, die sich in der Stadt R.C. Frei bewegen müssen, um die Zombie-Apokalype zu entschärfen! Was als cineastischer Blockbuster-Alptraum – mit brachialen Zwischensequenzen und unbändiger Dynamik – beginnt, endet in einer nimmer endend wollenden Katz- und Maus-Odyssee zwischen Jill und ihrem übermächtigen Nemesis,… der niemals gefährlicher, robuster, unberechenbarer und (sry) GEILER war, als in diesem treibenden Remake!

Das Maximum an Grafik
Diese Tatsache stützt auch die superbe Optik des Spiels maßgeblich! Die revolutionäre RE Engine bietet die altbekannten, und jetzt extrem detailreichen Plätze, Straßen, Gassen und Innenleben von Gebäuden in einer rundum leistungsstarken Highend-Grafik, die nicht zuletzt aufgrund ihrer 4K-Darstellung ein durchgehend beeindruckendes Optik-Erlebnis liefert! Eine XP, die den Spieler von Anfang bis Ende flasht und vor Schönheit und Detailreichtum den Atem verschlägt.

Angefangen bei den hervorragenden MoCap-Bewegugen der Chars, ist auch das Zusammenspiel aus Oberflächenreflektionen, brillanter Shadetechnik, extensiven Licht-/Schatten und sphärischen Effekten, sowie die durchweg stabile 60fps Framerate für die glanzvolle optische Gaming-Experience verantwortlich!

Altbekanntes und ordentlich Action
Wer das Original gespielt hat weiß, dass RE:3 trotz der inhaltlich fortlaufender Storyline der Vorgänger, ein etwas anderes Spielprinzip nutzt als die zahlreichen Vorgänger. Dies liegt vor allem daran, dass der Spieler nicht in ein ‚geschlossenes‘ Gebäude, sondern in eine abgeriegelte und vom Zombie-Chaos verwüstete Stadt katapultiert wird. Und katapultiert ist hier genau das richtige Wort: Nach dem brillanten, cineastischen Opening, das einige Überraschungen und viszerale Erzählweise für den Spieler bereithält, entlässt Capcom seine Jüngerschaft nämlich in die verwinkelten Haupt- und Nebenstraßen von Racoon City. Und statt beklemmend und einengend wie im Herrenhaus oder der Polizeistation, transportiert RE3 das erschütternde und beängstigende Endzeit-Feeling einer solchen Katastrophe perfekt! Überall brennende Autos, Fensterscheiben sind eingeschlagen, Geschäfte geplündert und nebst Sirenen und Hubschraubern, tönt die unheilvolle Durchsage, dass die Stadt evakuiert wird, durch die Straßen…

Der Spieler schlägt sich von Geschäft zu Geschäft, von Gasse zu Gasse, von einem Dach zum nächsten, stets auf der Suche nach Schlüsseln, besserer Ausrüstung und natürlich einem Weg aus dieser beunruhigenden Untoten-Hölle. Dabei lässt sich das Game ganz klar in zwei spielerische Teile aufbrechen: Den spielerisch sensationellen, explorativen City-Part und den – in das Story-Konzept gehörende – Flucht-Part. Letzterer übertreibt es jedoch, vor allem zum Ende hin, in Punkto Action und Runs ein wenig, und erinnert in den letzten eineinhalb Stunden nicht nur wage an Resident Evil 6,… was nicht jedem Spieler gefallen dürfte.

Ein kurzes Gastspiel in R.C.
… Und das ist wirklich schade, denn mit einer Gesamtspielzeit von nur knapp über 5 Stunden, bei ausgedehnter – nahezu 100%iger – Erkundung und Sammeln von versteckten Gadgets, ist Resident Evil 3 wirklich etwas kurz geraten. Spätestens nach dem Abspann kommt das Gefühl auf, dass der Entwickler deutlich mehr aus dem City-Part des Spiels hätte rausholen können. Vor allem in Punkto Spielzeit und Größe der Spielabschnitte… man denke nur an das Umspannwerk oder das Krankenhaus! Hier verschenkt der Entwickler wahrlich die Möglichkeit ein für immer unvergessliches und vor allem ausgedehntes RE-Erlebnis zu schaffen.

Doch sei gesagt, dass spätestens das abermalige (und theoretisch zig-malig mögliche) Durchspielen des Titels, und der altbekannte ‚Shop‘ zum Erringen von neue Gadgets und Waffen, ein kleines Stück weit entschädigt und genügend Anreiz bietet, das Spiel in seiner Gesamtspielzeit im Nachgang noch etwas zu stretchen. Der Entwickler sollte wenigstens 2 oder 3 kostenlose DLCs, zur Erweiterung des Spielerlebnisses, und auch zur Rechtfertigung der Vollpreisanbindung in Betracht ziehen!

Die Apokalypse liegt in deinen Händen“
RE 3 orientiert sich indes 1:1 am fantastischen Handling des zweiten Teils (RE2), und überlässt dem Spieler ein perfekt abgestimmtes Controlling, mit fairen Checkpoints, das die Spielbarkeit auch für blutige Anfänger zu einem greifbaren Erlebnis ausformt. Getreu dem Motto: Es ist nie zu spät mit Resident Evil anzufangen!

Sämtliche Menüs und Untermenüs sind idiotensicher zu erreichen und auch die Zugänglichkeit und auch Nutzbarkeit von Gegenständen ist unsagbar intuitiv, so dass selbst in den zahlreichen Nemesis-Schockmomenten eine adäquate Handhabe und Reaktion möglich ist. (Hint: Diese können sich übrigens lohnen!) Ladezeiten überbrückt der Titel indes sehr geschickt mit reißerischen Zwischensequenzen, kurzen QTE oder visuell tragenden Location-Wechseln.

 

Bombastisch. Phänomenal. Zu Kurz: Für Fans dennoch ein Must Have!
Es heißt ja immer, dass es nicht auf die Länge ankommt (^_^): Und das stimmt, weitgehend! Auch Resident Evil 3 belegt dies in seiner Gesamtheit und strotzt, obgleich des geringen Spielumfangs, vor unsagbarer reißerischer Resi-Power! Mit intensiver Inszenierung, bombastischer Optik und erzählerischem Mehrwert – samt geschickter Cross-Over-Szenen und geschickten Cameos, ist diese Einschätzung vor allem dem megamäßigen ersten beiden Dritteln dieses furiosen Remakes zu verdanken. Resident Evil 3 kann sich vom ersten Moment an als stählernes Blockbuster-Remake behaupten, das den Spieler von Sekunde Eins an in seinen Bann zieht und ihn erst nach dem Epilog wieder aus den gruseligen Ereignissen rund um Racoon City entlässt. Ein Remake, auf das kein Fan verzichten kann!

Resident Evil 3 [Remake]

Resident Evil 3 [Remake]
8.7

Umsetzung

8.8/10

Grafik/Tec

9.5/10

Gameplay

7.5/10

Handling

9.5/10

Spielspaß

8.4/10

Pros

  • leistungsstarke Grafik
  • intensive Erzählweise
  • apokalyptisches Spielgefühl
  • NEMESIS (!) & Jill *wow

Cons

  • Spielumfang
  • "anstrengendes" letztes Drittel
  • Preis/Leistung (59,99€/5Std Spielzeit)