Sacred 2 – Fallen Angel

Sacred 2 - Fallen AngelAMAZON | WEBSITE

Originaltitel: Sacred 2 – Fallen Angel

Entwicklerstudio: Ascaron & Deep Silver

PS3-Release: 29. Mai 2009

FSK: Ab 16 Jahren

Medium: 1 Blu-ray

Technische Spezifikation:
Spieleranzahl: 1-2
Speicherplatz: mind. 892 KB
Festplatteninstallation: mind. 4858 MB
DUALSHOCK 3 Vibrationsfunktion
PAL HD 720p, 1080i, 1080p
Dolgy Digital

Genre: Action-Adventure, RPG, Hack ’n Slay

Spielzeit: + 70 Stunden
Trophäenanzahl: 49

Handbuchsprache: Deutsch

Sprach- & Textausgabe / Untertitel:
Deutsch


Beschreibung:

Sacred 2 ist der Action-Rollenspiel-Blockbuster des Jahres! Der Spieler begibt sich in eine fantastische Welt 2000 Jahre vor den Ereignissen von Sacred. Dort schlüpft er in die Rolle eines von sechs einzigartigen Helden, von deren Taten das Schicksal von Ancaria abhängen wird.


Features:

  • Riesige, frei begehbare, „lebende“ Welt ohne Ladezeiten
  • Zwei Kampagnen: „Licht“ und „Schatten“
  • Sechs einzigartige Charaktere: Seraphim, Schattenkrieger, Hochelfe, Dryade, Inquisitor und Tempelwächter
  • Modifizierbare Fähigkeiten: Jede Fähigkeit kann vom Spieler weiterentwickelt werden, wodurch einzigartige Charaktere entstehen, die vor allem Online ein sehr variables Spiel ermöglichen
  • Uneingeschränkte Kampffähigkeit vom Rücken des Reittieres aus: Jeder Charakter kann vom Rücken verschiedener einzigartiger Reittiere kämpfen, sowohl im Nah- und Fernkampf
  • Ein Pantheon von 6 Göttern: Jeder Gott bietet dem Spieler eine individuelle, besonders mächtige Kampfkunst
  • Eine in einem Action-Rollenspiel noch nie da gewesene Grafikqualität
  • Das ultimative Multiplayerspiel: Neben dem Singleplayer-Modus stehen dem Spieler Multiplayer-Modi wie PvP, PvE, LAN und Instant Coop zur Verfügung und bieten sowohl Hardcore- als auch Casual-Gamern Stunden voll spannender Unterhaltung

Screenshots:

Sacred 2 - Fallen Angel (Screen)… Sacred 2 - Fallen Angel (Screen)
Sacred 2 - Fallen Angel (Screen)… Sacred 2 - Fallen Angel (Screen)


Review:


„Sacred 2″ ist ein klassisches Hack ’n Slay-Action RPG, das durch eine unglaublich riesige, frei begehbare, lebendige Welt, zahlreichen Quests und ein ausgereiftes Level-Up System von Beginn an überzeugt. Das Gamedesign ist dabei stets abwechslungsreich, wird durch verschiedene Kulturen belebt und ist zudem – auch optisch – wundervoll erdacht und geradezu traumhaft inszeniert. Die „Obendrauf-Perspektive“ ist anfangs zwar etwas ungewohnt, verzaubert aber schon nach kurzer Zeit durch ihren ganz eigenen, tiefen Reiz, der Einblicke offenbart, die in der Ego- oder 3rd-Perspektive kaum möglich wären. Der liebevoll detaillierte Look von „Sacred 2″ lädt dabei zum Träumen und Entspannen, aber vor allem zu einem echten Abenteuer ein, bei dem das vorhandene Tag- und Nacht-System für stimmungsvolle Abwechslung sorgt. Und auch das übersichtliche, nicht aufdringliche, hübsche Interface und die dazugehörigen ansprechend gestalteten Symbole, tragen maßgeblich zu einem positiven Ersteindruck bei, der durchgehend bestehend bleibt. Wenngleich die Kampagnen – Licht & Schatten – zwar zeitlich umfangreich, aber ingesamt zu wenig fesselnd sind, überzeugt das Spiel durch seine freien Möglichkeiten und der actionorientierten Erledigung der rund 500 – meist kurzen – Quests. Stattfindend in unzähligen Dungeons, Wäldern, Tälern und Bergen – irgendwo in Ancaria – findet der Spieler dabei Zugang zu einem gigantischen, kurzweiligen Abenteuer, das alle Sinne nahezu perfekt anspricht. Während des Spiels wird der Spieler auf seiner Reise stets von einem raumfüllenden, wunderschön komponierten Soundtrack, packenden Effekt-Sounds, und atmosphärischen Umgebungsgeräuschen begleitet, die das Spielerlebnis deutlich intensivieren.


Die Grafik des Spiels besticht durch die maximale und deutlich sichtbare Auflösung von 1080p, die insbesondere in der mittleren Spielperspektive schlichtweg beeindruckend dargestellt wird. Alle Texturen wirken so stets tiefenscharf und fein detailliert. Die insgesamt sehr hohe Bildschärfe sorgt für eine brillante Umsetzung der Charakterdarstellung und Umgebungsdetails. Aus der niedrigsten, am Charakter orientierten Perspektive, wirken die Details, abgesehen von der brillanten Licht- und Schattengebung, wie aufgewertete, aber gut animierte, Playstation 2-Texturen – meist jedoch ohne großartige Tiefenwirkung. Da das Spiel vom Konzept her jedoch für die mittlere bzw. ferne Perspektive erdacht und geschaffen wurde, bleibt die Bewertung hiervon unberührt.

Allerdings leidet das Bild häufig unter leichtem Tearing und gelgentlichen Rucklern, dass zudem bei einer großen „Ansammlungen“ von NPC’s von einem sicht- und spielbaren Einbruch der Framerate begleitet wird. Hierbei wird besonders in den Großstädten der Spielspass deutlich getrübt. Für das Ausmaß der Frameraten-Problematik gibt es einen vollen Punkteabzug. Während des ländlichen Erkundens treten beide Phänomene jedoch nur sehr selten und nicht spaßbeinflussend auf.

Auch ist das Bild im ganzen Spiel und zu jedem Zeitpunkt sauber und klar, wirkt nie diffus oder gar unpräzise. Die Farben des gesamten Spiels sind, unabhängig von ihrer stimmungsvollen Untermalung, niemals verfälscht und bestechen durch Natürlichkeit und Sinn für Stil. Die Schatten, sowie auch andere Konturen, sind zu jedem Zeitpunkt abgerundet, es gibt keinerlei Treppchenbildung oder gar lästiges Kantenflimmern. Die Licht- und Schatteneffekte von „Sacred 2″ sind eindrucksvoll, verfügen zudem über die gleiche korrekte Physik und Dynamik, wie die zahlreichen anderen kleinen Wunder des Spiels – wie etwa die Bäume, Gräser, Lava oder das eindrucksvoll animierte Wasser.


Das Gameplay von „Sacred 2″ ist rundum klassisch, aber deutlich ausgreift. Währenddessen die Storyline eher etwas dürftig ist, wird aber durch die mehreren hundert, meist nicht zusammenhängenden, Nebenquests, wett gemacht. Und anstatt einer linearen oder vorgeschriebenen Geschichte, die den Spieler einengt, wird dem Spieler in „Sacred 2″ die Möglichkeit gegeben, eine ganze Welt frei und nach Belieben zu erkunden, vom Bösen zu befreien, Rüstungsgegenstände und Waffen zu finden, diese zu kombinieren und aufzuwerten, und seinen Charakter und dessen Fähigkeiten zu formen.

Zwar sind die sechs spielbaren Charaktere alles andere als optisch (oder in der Voreinstellung) veränderbar, werden aber durch die Rüstungen und Gegenstände sichtlich verändert. Anfangs entscheidet sich der Spieler für einen der sechs Spielfiguren, kann den Haarschnitt, sowie die Farbe geringfügig ändern, und darf abschließend den „Figurenamen“ und einen Gott auswählen, der den Char mit einer Art „Supermacht“ während des Abenteuers begleitet. Schade, dass dem Spieler hierbei nicht die Möglichkeit auf eine freie Charakter-Erstellung gegeben wird, bei dem der Look gänzlich selbst bestimmt werden kann. Dafür aber werden dem Spieler konsequent unterschiedliche Figuren geboten, die allesamt kaum etwas gemein haben, und – unabhängig von den tollen deutschen Synchronstimmen – mit einer großen Auswahl an Fertigkeiten und speziellen Fähigkeiten zu überzeugen wissen.

Dabei ist das gut strukturierte Level-Up-System bis ins Feinste einstellbar, und gibt dem Spieler so die Möglichkeit, kleinste Details und Abstufungen einer Fertigkeit zu verändern, anzupassen oder hinzuzufügen. Der Einstieg in die Feinheiten dieses Elements ist allerdings nicht ganz einfach und benötigt Zeit, um sich mit allen Möglichkeiten vertraut zu machen. Sobald eine gewisse Anzahl an XP-Punkten, die der Spieler nach jedem gewonnenen Kampf erhält, erreicht ist, steigt die gewählte Figur eine Stufe auf. Daraufhin lassen sich Attribute – darunter Stärke, Ausdauer, Vitalität, Geschicklichkeit, Intelligenz und Willenskraft -, spezielle Fertigkeiten, sowie Kampfkünste charakterspezifisch einstellen. Die Gegner des Spiels verfügen leider nicht über die Fähigkeit des Aufsteigens; Was nichts weiter bedeutet, als das man in weit entfernten Gegenden auf harte Feinde trifft, die einen mit einem Schlag erledigen können. Und wenn man nach langer Reise an seinen Startpunkt zurückkehrt, weisen die Gegner die Stärke eines unschuldigen Lamms auf.

Die Quests sind dabei meist unterschiedlich, und reichen von „Bringe diese Kräuter zu meinem Mann“ oder „Erledige den Koboldfürsten“, bis hin zu der schwierigen Aufgabe „Begleite diese Person sicher in die Stadt“. Letzteres gestaltet sich als eine wahre Herausforderung, zumal die zu beschützenden Personen meistens dazu neigen, sich in jeden Kampf zu stürzen. Währenddessen muss der Spieler dabei deren Lebensenergie kritisch im Auge behalten. Und so geschieht es nicht selten, dass man im teils chaotischen Kampfgetümmel den Überblick, und somit seinen Schützling aus den Augen verliert. Nachfolgender Quest kann nur noch mit dem Überbringen einer traurigen Nachricht für die Anverwandten abgeschlossen werden. Das Reiten auf Pferden oder speziellen Reittieren – von denen es jeweils eines zu jedem Charakter gibt – fördert dabei den Kontrollverlust des Nahkampfes, hebt aber deutlich die Geschwindigkeit der Reise, und die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Zudem verleiht es dem Spiel eine mittelalterliche Note, die sich perfekt in das Spieldesign einfügt.

Auf den ersten Blick scheint es dem Gameplay an nichts zu mangeln. Fakt ist aber, dass es kaum andere, als die offensichtlichen Aufgaben und Tätigkeiten gibt. Dadurch wirkt das Gameplay streckenweise gleichbleibend. Zwar unterhält der Titel von Anfang bis zu seinem offenen Ende, und wirkt alles andere als monoton oder einfallslos, dennoch wären Änderungen und Erweiterungen des Handlungsrahmens denkbar gewesen und hätten dem Spiel einen finalen Referenz-Schliff verpasst.

Die Multiplayer-Optionen bieten dabei ein perfektes Paket an Möglichkeiten. Ob nun Offline-Koop zu zweit an einer Konsole oder zu dritt online mit bzw. gegen Freude oder andere „Sacred 2“ Besitzer. Dabei geboten wird, der auf 10 Stufen begrenzte Online-Modus „Kampagne“, „Freie Welt“ und „Freie Welt Pvp“. Der Clue dabei ist, dass man durch die Funktion „Teleport“ in ein laufendes Spiel eines Freundes einsteigen kann – auch Handel ist hierbei untereinander möglich! Beim Offline-Koop-Modus sei erwähnt, dass man einen zusätzlichen Benutzer auf der Playstation 3 dafür einrichten muss, um eine Koop-Partie zu starten. Auch ist die Kameraperspektive sehr fern, weshalb die Figuren relativ klein sind, so dass die Nähe zum TV hierbei empfohlen wird. Der Spielspaß für das „Back-on-Back“-Adventure bleibt davon natürlich ungetrübt – gibt es doch kaum etwas schöneres, als mit einem Freund auf Reisen und in den Kampf zu gehen.


Das Handling und die Anpassung der umfangreichen Menüs in „Sacred 2″ sind im Grunde simpel, logisch und sehr gelungen. Allerdings erfordert es anfangs etwas Feingefühl, eine große Portion an Ruhe und ausreichender Geduld, um Einstellungen korrekt anzupassen. Hierbei erweist sich das Handbuch auf jeden Fall als nützlich. Nachdem man sich allerdings eingefunden hat, spätestens nach ein oder zwei Stunden, ist die Bedienung aller Elemente denkbar einfach und zudem intuitiv.

Das Nutzen und Belegen der Fertigkeiten und Kampfkünste erfolgt über die Zuweisung an sogenannte Slots -Dreieck, O, X, Quadrat – zusätzliche Slots gibt es bei gedrückter L2- bzw. R2-Taste und dem Steuerkreuz. So sind favorisierte Standards und eine stets individuelle Belegung der „Action-Tasten“ möglich und können mit einem Druck auf die entsprechende Taste ausgelöst werden. Ein präzises Schlagen oder Zielen ist dabei nicht erforderlich. Bei Nahkampfangriffen – und auch bei Fernwaffen – reicht ein angemessener Abstand zum Feind, und das simple Auslösen der gewünschten Aktions-Taste (Waffen oder Magischer Angriff). Die Spielfigur zielt dabei von selber. Das Action-Menü, welches alle wichtigen Unterpunkte der Menüfuhrung beinhaltet – per L1 aufrufbar – ist simpel und gut strukturiert: Darin enthalten sind wichtige Hauptpunkte wie: Reittier rufen, Übersicht, Attribute, Inventar, Kampfkünste & Questlog. Vertieft man diese Einstellungen zu den entsprechenden Themen, öffnet sich ein Interface – etwa ein Drittel der Bildschirmgröße -, das per R2 und L2, ähnlich wie Registerkarten in einem PC-Menü, alle Optionen und Erweiterungen, An- und Ablegen von Gegenständen, sowie einen detaillierten Einblick über den Spielstand der Spielfigur bereithält. Ein großer Kritikpunkt ist hierbei allerdings, dass das Spiel während der Nutzung der Menüfunktionen nicht in den Pause-Modus schaltet, so dass man Einstellungen ausschließlich vornehmen sollte, wenn keine Feinde in der Nähe sind. Insgesamt verfügt das Spiel über keine richtige Pause-Taste, was in Anbetracht der Größe und des spielerischen Zeitaufwands, mehr als verwunderlich und auch leicht negativ erscheint. Sofern man aber tatsächlich das Leben lässt, ist dies Dank des intelligenten Speichersystems, welches zu jedem angefangenen oder beendeten Quest den Spielstand sichert, kein Problem. Die Spielfigur wird am zuletzt aktivierten Seelenstein, welcher in jedem kleinerem und größeren Dorf bzw. Stadt vorhanden ist, wiedergeboren, und darf von dort an weiter seines Weges ziehen.

Die Ladezeiten dieses prachtvollen Open-World-Titels sind extrem kurz gehalten. Sowie man eine Stadt betritt, beträgt die Ladezeit knapp 1,5 Sekunden – beim Wechseln in die Dungeons sind es zwischen 2 und 4 Sekunden – beides ist mehr als angemessen, und darf bereits als „ohne Ladezeiten“ angepriesen werden. Der Schwierigkeitsgrad, welcher durch die Einstellungen bei Spielbeginn vergeben wird, (Bronze, Silber, Gold, Platin, Niob) unterscheidet sich in der Stärke der Gegner, und ist bereits auf Silber spürbar härter.

Anmerkungen zu derzeitigen Bugs: In der getesten Version konnten, trotz des scheinbar unendlich großen Spielvergnügens, nur 3 Bugs bzw. Glitches festgestellt werden. Aber wirklich störend ist dabei nur die Tatsache, dass man im Offline-Koop-Modus sich stets gemeinsam in Dungeons hinein bewegen sollte, da man sonst Gefahr läuft, dass ein Spieler nicht ins Dungeon hinein gelangt, und sich der andere Spieler dadurch nicht bewegen kann. Sofern dies eintritt, muss das Spiel erneut gestartet werden. Auch gab es einige kleinere Texturfehler, und die eher witzige Tatsache, dass Gegner nach dem Tod manchmal einfach stehen bleiben, und dann plötzlich verschwinden. Abstürze oder Freezes gab es in über 80 Stunden Spielzeit nicht ein einziges Mal.


„Sacred 2″ ist das, was es verspricht – es ist sakral – ein Heiligtum und eines der besten Rollenspiele der letzten Jahre, die auf der Playstation 3 umgesetzt wurden. Mit grafischer Pracht, stimmungsvollen Klängen und überzeugender Physik, betört „Sacred 2“ alle Sinne. Gelegentlich wird die traumhafte Welt zwar durch manchmal variierende Frameraten etwas geschwächt, den Spielspaß trübt dies jedoch kaum merklich. Der Spieler wird ungeachtet dessen in eine andere, poetische, aber vor allem spannendene Welt gezogen, in der eine Vielzahl an kurzen Abenteuern und abwechslungsreichen Heldentaten auf ihn warten. Die stets dichte Atmosphäre löst echtes Adventure-Feeling aus, wie man es zuletzt bei „Oblivion“ erlebt hat. Der Wiederspielwert, sowie die Langzeit-Motivation sind durch das Open World-Feature nahezu unendlich hoch, und bieten dem Spieler weit mehr als 70 Stunden funktionierendes Gameplay. Wir sprechen eine ausdrückliche Kaufempfehlung aus, denn „Sacred 2″ ist nach langer RPG-Durststrecke auf der PS3 nicht nur ein Trostpflaster; das Spiel ist ein echter Top-Titel des Genres.


Trailer (englisch):


Downloads zum Spiel:
Handbuch zu „Sacred 2“ in Deutsch als PDF-Datei


Cover-Artwork und Bilder sind Eigentum von Ascaron & Deep Silver. Dieses Spiel wurde uns freundlicher Weise von Ascaron & Deep Silver zur Verfügung gestellt.

Getestet mit: Sony Bravia KDL-40W4730AEP & Sony Playstation 3 mit Dualshock 3-Controller
Verfasst von Oliver Erichsen | 27. Mai 2009