Duke Nukem Forever

Boah! Unglaublich. Wir dürfen den Duke bestaunen und uns am Anblick dieser Legende laben. Ein Geruch von Benzin. Von Schwarzpulver. Von“¦ Testosteron – pur! Ganz nah. Und in voller Action. Wer hätte noch daran geglaubt, dass die Rückkehr von „Duke Nukem“ noch im Zeitalter der Menschen geschehen würde?! Richtig“¦ Niemand! Doch es ist vollbracht. 2K Games liefert, unter der Entwicklung von Gearbox, nach sage und schreibe 12, naja eigentlich fast 15 Jahren Entwicklungszeit den einen wahren Helden der Videospielgeschichte ab.

Krasse Sache! Von Obstkörben und anderen aalglatten Texturen!
Die Macher von „Duke Nukem Forever“ lassen sich, in Punkto Grafik bzw. Technik praktisch nicht für die teils haarsträubende Grafik und Gestaltung belangen, denn die schier unendlich lange Entwicklungszeit flickt alte und neue Ideen, sowie Engines und Techniken harsch, aber erträglich zusammen. „Duke Nukem Forever“ ist deshalb eher wie eine von Generation zu Generation weitergereichte Patchworkdecke zu betrachten, aus der am Ende eine aus alten und neuen Stücken gestrickte knuffige, und geradezu sentimental empfundene Kuscheldecke wird. Eine Decke, die Charakter hat und in die man sich gern hineinlegt.

Und so darf es den Spieler auch nicht verwundern, wenn er grad noch die optisch überaus zeitgemäß ausgestaltete Mannschaftsdusche des Duke-Imperiums durchquerte, und ihm am Ende dessen plötzlich ein grauer, texturenloser viereckiger Klotz im Wege steht, dessen Farben zwar entfernt an eine Schaltkonsole erinnern;…  aber auch ebenso gut ein frischer Obstkorb sein könnte. Doch mal ehrlich: „Who cares?“. Dem Duke sind solche unwichtigen Details sicherlich Jacke wie Hose. Obstkörbe sind schließlich was für Mädchen. Und wer braucht schon Schalttafeln?! Duke hat schließlich für alles was nicht aufgeht eine andere Lösung parat!

Duke Nukem Forever [Screen] Duke Nukem Forever [Screen]

Und soooo schlimm ist die Grafi slash Technik nun auch wieder nicht, dass man beim Anblick des Spiels sofort und medusaartig zu einer Salzsäule erstarrt. Ganz im Gegenteil: Das Spiel sieht eigentlich ganz ordentlich aus und verhält sich zu 75 Prozent vollkommen korrekt. Auch die Physics sind solide und versprechen ein dynamisches, und außerdem nicht selten knallbuntes Treiben. Auch wenn die KI manchmal wirklich beschämend dünnhirnig ist. Aber nun gut: Wer von sich dennoch behaupten kann, er habe „Duke Nukem Forever“ auf dem Schwierigkeitsgrad ‚Verrückt‘ durchgespielt, dem sei die Trophy dazu wahrlich verdient, denn leicht ist „DNF“, bei allen Aussetzern der KI, aufgrund der gegnerischen Massen… dennoch nicht!

Hyper – hyper!
Vielleicht ist der Entwickler mit der Behauptung zu weit gegangen, „Duke Nukem Forever“ wäre jeden Hype wert! Vielleicht gab es diese Behauptung so auch nie! Wie dem auch sei: „Duke Nukem Forever“ unterliegt einem Hype, unter dem es genau genommen gar nicht bestehen konnte – nach 12 – äh 15 – Jahren Entwicklungszeit und unendlichen Stunden der Vorfreude! Doch wir finden, dass das Game seinen Wurzeln geradezu wagemutig treu geblieben ist! Vor allem die Atmosphäre und der, naja, nennen wir es mal „Charme“ des Dukes ist so allgegenwärtig wie Himmel und Erde. Die flapsigen Sprüche über Babes, Waffen und das etwas aufgeblasene Ego des Duke sind schließlich unvergessen und definieren das Game abermals nicht minder.

Duke Nukem Forever [Screen] Duke Nukem Forever [Screen]

Purer Realismus – oder: Was Duke mit seinen Händen alles machen kann!?
Spielerisch hat sich im Grunde kaum etwas getan und… so wartet auf den Spieler ein waschechtes „Duke-Abenteuer“ mit allen Sperenzchen, Gadgets, witzigen und frustigen, und vor allem actionreichen Spielmomenten. Und Duke ist eben Duke! Da wird nicht dran rumgebastelt. Weder zum Guten, noch zum Bösen! Duke ist herrlich – so wie er ist! Da bedarf es keiner Generalüberholung oder einen weiteren für den Videospielmarkt überflüssigen Reboot…. Duke ist Duke und Ende der Debatte!

Klar ist es doof, dass Duke „nur“ noch eine Zweihand- und dabei „nur“ noch eine Einhandwaffe tragen kann. Doch auch der überambitionierteste Soldat und Söldner der Welt kann beim besten Willen nicht ein ganzes Arsenal mit sich herumtragen. Außerdem ist an den beiden Munitionsgurten, die den Duke wundersam rahmen, kein Platz für noch mehr… Und wir möchten auf den Anblick dieser gestählten Arme nur für ein paar Halfter oder gar Rüstungen auf keinen Fall verzichten. Und der Ruf nach mehr „Realitätsnähe“ in Videospielen, wie es immer so schön heißt, dürfte hier ebenfalls zur Gänze befriedigt worden sein. Ihr Realitätsfanatiker habt also bekommen, was ihr wolltet,“¦ also Klappe halten!

Duke Nukem Forever [Screen] Duke Nukem Forever [Screen]

Nebenbei sei gesagt, dass zwei Waffen vollkommen ausreichen, denn die Art des Kampfes [Gameplays] ist, abseits der Nutzung der hyperlustigen „Schrumpfwaffe“ oder anderen „Spezialgimmicks“, nur selten wirklich anspruchsvoll. Wie in vielen anderen Shootern auch, verkommt ein strategisches Geschick hier gerade vollständig und auch taktische Genies sind bei „Duke Nukem Forever“ eher unterfordert. Hier gilt Duke’s Faustregel – und das wortwörtlich! Alles, was dem liebenswerten und höflichen Gentleman vor die Nase kommt, wird ohnehin gleich „weiterverarbeitet“. Ob Kisten, Schalttafeln, Kartons, Obstkörbe oder eben gierige und rachsüchtige Aliens: Was Duke einmal hinter sich gelassen hat, steht meist (erstmal) nicht mehr auf zwei Beinen; und das gilt vor allem für die heißen Babes und Groupies der lebendig gewordenen Definition eines Chauvinisten.

Locker aus dem Handgelenk
Und wie alle anderen Dukes vorher, geht auch „Duke Nukem Forever“ leicht von der Hand. Die Steuerung, dessen Tastenlayout darüber hinaus noch manuell auf die Bedürfnisse des Spielers eingestellt und angepasst werden kann, macht das alienvernichtende Gameplay easy und reaktionsverbindlich. Auch die Übersicht der Menüs ist, sofern mal erforderlich, solide.

Etwas steinig wird’s allerdings, wenn es um die Ladezeiten geht. Natürlich braucht es immer seine Zeit, so einen gottähnliches Abbild von einem Mann und dessen sagenumwobenen Pixel bis in die nicht vorhandenen Haarspitzen zu formen… Doch die teilweise veranschlagten 30-45 Sekunden sprengen die Geduld der fingerfertigen Spielerschaft bei weitem. Uhh. Ein echtes Cooldown, wenn man so will. Doch es kann keiner sagen, er wurde nicht gewarnt: Ein Duke braucht eben solange, wie er braucht. Bei allen Dingen! Da sind auch Ladezeiten nicht von ausgenommen.

 

Das Fazit: Duke ist back! Es lebe der King des Rock ’n“¦ hä?
Er kam – und kam und kam“¦ wieder und wieder. Duke ist back! Und das ist auch gut so. Das Entwickler-Team macht aus dem angestaubten Superhelden erneut…  eine Ikone seiner Zeit, die frech, dreist und mit handfester Waffengewalt den invasorischen Aliens Einhalt gebietet. Und das macht Duke eben auf seine Art und Weise – mit seiner eigenen Vorstellung von Technik. Shit – das drumherum ist ihm egal – hauptsache es gibt… ein paar Aliens, den er den Hintern „versohlen“ kann. Und genau dafür ist „Duke Nukem Forever“ perfekt! Wer allerdings mehr als eine „bloße“ Wiederaufnahme des Franchise, oder gar die Präsentation eines zeitgemäß technischen Reboots der Serie erhofft hat, der wird vermutlich ein wenig enttäuscht werden, denn „DNF“ ist mehr als eigenwillig in Sachen Technik und Gameplay! Doch wer sich schon seit seinem letzten Abgang auf die Heimkehr des Dukes gefreut hat, und eine verdammt stimmige Fortsetzung erwartet, die vor allem dem „Geist“ des Franchise beibehalten hat, der wird mehr als nur eine erquickende Stunde mit dem Großmeister des aufgestauten Testosterons haben!…  Hail To The King, Baby! Let’s Rock!


Die Bilder und das „Duke Nukem Forever“-Logo sind Eigentum von 2K Games. „Duke Nukem Forever“ wurde uns freundlicher Weise von 2K Games zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen unter: www.dukenukemforever.com

Alle Angaben ohne Gewähr.

Schreibe einen Kommentar